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Welli-Geschichte

 29.01.2017 16:42:37
 

In diesem Kapitel möchte ich etwas darüber schreiben, wie es dazu kam, dass der Wellensittich zum Haustier so vieler Menschen wurde.

 

Vom wilden Wellensittich zum Haustier 

Mit der Entdeckung Australiens begann eine Vielzahl von Forschern damit, ihre Bemühungen der Katalogisierung und Entdeckung der vielen Tausenden Tiere zu widmen, die es in keinem anderen Teil der Welt gab. Der Wellensittich wird zum ersten Male 1781 in dem Buch "Naturalists Miscellany" erwähnt, dessen Autor George Shaw Direktor des Britischen Museums für Naturwissenschaften war. Im Jahre 1832 kamen die ersten Wellensittich-Häute nach Europa. Schließlich, im Jahre 1840, gelang es dem Wissenschaftler John Gould, die ersten lebendigen Wellensittiche nach England zu bringen. Dieser kleine Papagei rief in Europa recht großes Interesse hervor, und man begann, immer mehr von ihnen als Haustiere zu fordern, obwohl man weder ihre Ernährung noch die Art und Weise, sie zu züchten, kannte.

     

So begann man vom Jahre 1845 an mit dem systematischen Wellensittichfang mittels Netzen oder in Fallen mit Klebstoff. Es wurden Tausende Wellensittiche gefangen, aber nur wenige Hunderte kamen in Europa an. Der Transport nach England dauerte mehrere Monate, die die Wellensittiche in Kästen verbrachten, in völliger Dunkelheit unter Deck der Schiffe. Niemand wusste, wovon sie sich ernährten, so dass man ihnen alles (Brot, Fleisch), nur keine Körner und Samen gab. Es war kein Wunder, das nur einige wenige an ihrem Ziel ankamen, wo sie zu maßlos überhöhten Preisen verkauft wurden. Die Sterberate der Vögel bei dem Transport belief sich auf etwa 98 %.

Bedingt durch den hohen Preis waren die Wellis anfangs den zoologischen Gärten und dem Adel vorbehalten. Bald entdeckte man, dass sie Hirse und Kanariengras fraßen, genau wie die Kanarienvögel, die schon seit einigen Jahren gezüchtet wurden. Was man nicht wusste, war, dass sie in Nistkästen aufwuchsen. Man bot ihnen offene Nester an, bis es zufällig im Jahr 1855 der Gräfin von Schwerin gelang, die Vögel in einer ausgehöhlten Kokosnuss zu züchten. Von da an begann man, große Mengen von Wellensittichen zu züchten, und es bestand keine Notwendigkeit mehr, sie in Australien zu fangen.

Es entstanden enorme Farmen in Holland, Belgien, England und Frankreich, die sich ausschließlich der Wellensittichzucht widmeten. Bald entdeckte man, dass die Wellis zum Nisten nicht von ausgehöhlten Kokosnüssen abhängig waren, sondern dass man in jedem anderen Nistkasten größeren Ausmaßes bessere Resultate erzielte. Die Preise wurden viel erschwinglicher, und so erlangte der Wellensittich eine große Popularität. Australien seinerseits verbot im Jahre 1894 den Export von Wellensittichen, aber die großen Farmen in Europa waren schon fähig, die große Nachfrage des Handels zu befriedigen.

     

Die bedeutendsten Züchter befanden sich in Toulouse, Frankreich. Der Züchter "L'Etablissement Bastide" verfügte über 100.000 Exemplare!

Bald gab es die ersten Mutationen. Die erste Mutation ware die gelbe, die 1872 in Belgien erschien. Kurz darauf, im Jahre 1878, erschien die blaue Mutation zu übermäßigen Preisen. Ein Paar blauer Wellensittiche konnte mehr kosten als ein gutes Rennpferd. Aber bald begann man mit der systematischen Zucht dieser Farbmodalitäten, und in Anwendung der Mendelschen Vererbungsgesetze gelang es, die große Vielfalt von Farben zu erzielen, die wir heute kennen.

Außerdem begann man, die so genannten Rasse- oder Ausstellungswellensittiche zu züchten, die abgesehen davon, dass sie bestimmten Ansprüchen in der Farbe genügen, größer sind und eine Reihe von Eigenschaften haben bezüglich der Körperhaltung, Flügellänge usw. Die Zucht dieser Vögel praktizierte und praktiziert man immer noch vor allem in England, während sich in den übrigen Ländern die Züchter hauptsächlich darauf konzentrierten, neue Farben zu erzielen, die den Wellensittich attraktiver machen sollten für die begeisterten Privatmenschen ohne Ausstellungsabsichten.

Heutzutage ist der Wellensittich bekannter als der Kanarienvogel, und es erscheinen weiterhin immer neue Farben.

 

 

 

    


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