Meine Website "Utes Welli-Revier" wird in nächster Zeit ausführlich überarbeitet und abgeschlossen.

Wellis Sicherheit

(nicht nur) beim Freiflug

29.01.2017 16:53:48

 

Wenn wir Wellensittiche halten möchten, gehört es dazu, dass wir alles dafür tun, dass unsere gefiederten Freunde bei uns sicher und gefahrlos leben können. Dies gilt natürlich besonders - aber nicht nur! - beim Freiflug, der für ein glückliches Welli-Leben dringend notwendig ist.

Um unseren geflügelten Mitbewohnern ein Leben ohne Risiko bei und mit uns zu ermöglichen, müssen wir in gewisser Weise lernen, die Welt mit Welli-Augen zu betrachten.

Ich möchte auf dieser Seite einige Gefahrenquellen aufzeigen und dabei zwischen offenkundigen und versteckten Gefahrenquellen unterscheiden. Bei den ersteren wird jeder Welli-Halter und jede Welli-Halterin sich ohne viel Fantasie vorstellen können, dass von den genannten Gegenständen eine Gefahr ausgeht. Genauso wichtig sollen aber die anderen, versteckten Gefahrenquellen sein, die nicht in jedem Haushalt vorhanden sind, über die wir Menschen entweder einfach noch nie nachgedacht haben oder die wir vielleicht auch trotz Nachdenkens beim besten Willen nicht voraussehen konnten.

     

1. Offenkundige Gefahrenquellen:

An erster Stelle der Welli-Gefahren, die sich jedermann vorstellen kann, stehen natürlich offene oder gekippte Fenster: Ein Welli findet das Loch, fliegt hinaus und bleibt wohl in den meisten Fällen für den Halter verloren. Mit Glück findet er eine neue liebevolle Unterkunft. Bei gekippten Fenstern kommt zu der Gefahr des Wegfliegens noch die, dass der Vogel sich möglicherweise einklemmen könnte. Dasselbe gilt bei spaltbreit geöffneten Türen. Aber selbst geschlossene Fenster können eine oder sogar zwei Gefahr(en) für den Welli mit sich bringen: Entweder eine zu große, leere Fensterscheibe, die unser Freund nicht als Raumbegrenzung erkennt sondern dagegen fliegt, oder ein Fenster mit Gardinen in denen er sich beim Freiflug verheddern und möglicherweise nicht allein wieder befreien kann. Manche Gardinen haben dazu noch ein Bleiband, um besser zu hängen. Dieses Bleiband ist aber für Wellis giftig und somit auch eine Gefahrenquelle. Ferner sollte ein Wellensittichkäfig so aufgestellt sein, dass unsere Lieblinge nie und nirgendwo Zugluft ausgesetzt sind, damit sie sich nicht erkälten.

Eine weitere Gefahr für den Wellensittich im Haus geht von vielerlei Dämpfen aus. Schon allein aus diesem Grunde ist die Küche der denkbar ungeeignetste Platz für den Vogelkäfig. Dämpfe, die beim Kochen, durch antihaftbeschichtete Pfannen oder bei der Raclette-Zubereitung entstehen, sind für den Welli ebenso schädlich, wie der Dampf beim Bügeln, Tabakrauch oder der Geruch von ätzenden Putzmitteln.

In der Küche gibt es außer den Dämpfen noch weitere Gefahrenquellen. Da ist zum Beispiel der heiße Kochtopf, in den der Vogel fliegen und ertrinken oder sich verbrühen könnte. Außerdem besteht durch evtl. (noch) heiße Herdplatten Verbrennungsgefahr. Ferner neigen manche Welli-Halter(innen) dazu, in liebevoller Absicht ihrem Vogel in der Küche irgendein menschliches "Leckerli" zu geben. Halt! Die meiste Menschennahrung - außer einigen Obst und Gemüsesorten - hat im Wellimagen nichts zu suchen, weil sie bei dem Tier Darmreizungen oder Durchfall hervorrufen kann.

Neben den schon erwähnten heißen Herdplatten in der Küche sind natürlich auch brennende Kerzen, Kamine oder Öfen "feurige" Gefahren für Wellensittiche. Auch aus dem Pflanzenreich ist nicht alles gut für unsere Flauschkugeln. Es gibt viele für den Vogel giftige Zimmerpflanzen und andere mit scharfkantigen Blättern, und natürlich sind auch Kakteen mit ihren Stacheln für Wellis ungeeignet. Auch große Vasen sind für sie gefährlich. Ein Welli, der in eine große Vase fällt, bekommt mindestens Panik, weil er den Weg nach draußen nicht mehr findet. Im schlimmeren Falle ist die Vase womöglich mit Wasser gefüllt, und der Vogel ertrinkt darin.

Gefährlich sind für Wellensittiche auch Ritzen zwischen Möbeln, weil sie in diese fallen könnten. Fällt ein Welli zum Beispiel hinter einen großen Schrank und kann - aus welchen Gründen auch immer - nicht sofort wieder hervorgeholt werden, ist schon allein wegen des Schocks, den der Vogel erleidet, ein tödliches Ende möglich.

Wegen des Nagetriebs, der mehr oder weniger ausgeprägt bei allen Wellensittichen vorhanden ist, sind auch Stromkabel für sie gefährlich, ebenso wie die Farben von Tapeten und Bilderrahmen, die für manch einen Welli geradezu unglaublich interessant erscheinen. Dass auch kleine Metall- oder Plastikteile für unsere Vögel durch eventuelles Verschlucken zur Gefahr werden können, dürfte selbstverständlich sein. 

     

2. Versteckte Gefahrenquellen:

Wer einen oder mehrere Zimmerbrunnen mag, sollte darauf bedacht sein, ihn außerhalb der Reichweite seiner Wellis aufzustellen, denn zum Einen sind die Brunnen für die Vögel giftig und zum Anderen besteht - je nach Modell des Brunnens mehr oder weniger - die Gefahr, das unsere Mini-Papageien darin ertrinken. Ein weiterer Wohnungsschmuck, der für Wellensittiche gefährlich werden kann, sind Salzkristalllampen. Lecken unsere Wellis an dem Salz, kann dies zu Nierenschäden führen.

Dass kleine Spielzeugspiegel in Wellensittichkäfigen nichts zu suchen haben sollten, habe ich schon an anderer Stelle meiner Homepage erwähnt. Aber auch große Wandspiegel können für Wellis zum Sicherheitsrisiko werden, weil sie, ebenso wie große geschlossene Fenster, die Gefahr des Dagegenfliegens mit sich bringen. Ob große Spiegel unsere Flauschkugeln auch zu Fütterungsversuchen an ihrem Spiegelbild verleiten, kann ich nicht beurteilen, weil ich es selbst zumindest noch nicht erlebt habe.

Achtung, Weihnachtsbaum!!! Von ihm gehen gleich zwei Gefahren für unsere Vögel aus: Das Stanniol des Lamettas und bei natürlichen Bäumen das Harz, das für die Wellis erstens giftig ist und zweitens ihre Federn verkleben kann. Deshalb sollte der Weihnachtsbaum lieber in einem Raum aufgestellt werden, zu dem unsere gefiederten Freunde keinen Zutritt haben, oder diese sollten nur im Käfig im gleichen Raum wie der geschmückte Baum stehen.

Leider bergen auch Gegenstände, die eigentlich für unsere Wellis gemacht sind, manchmal Gefahren in sich. So gibt es Spielzeuge mit Bändern, z. B. Baumwollfäden, die durch Hinterhaken der Welli-Krallen Verrenkungen, Stauchungen o. ä. hervorrufen können. Bei anderen Bändern, die in sich selbst sicher sind, muss man als Welli-Halter(in) darauf achten, sie bei Bedarf so zu befestigen, dass keine Schlaufen entstehen, durch die ein Wellensittichkopf gerade so eben hindurch passt. Wellis sind neugierig und werden früher oder später jedes Spielzeug genauestens untersuchen. Dabei wäre es nicht verwunderlich, wenn sie ihr Köpfchen auch einmal durch eine reichlich enge Schlaufe stecken, es dann nicht wieder zurückziehen können, dadurch in Panik geraten, zappeln und sich schließlich im schlimmsten Fall selbst erdrosseln. 

     

Ich möchte diese Sicherheitsseite und besonders das Thema der versteckten Gefahren damit abschließen, dass ich euch ein Erlebnis schildere, das ich einmal mit meinem inzwischen verstorbenen Welli Lucki und einem Möhrenhalter hatte:

Solche Möhrenhalter werden in Zoohandlungen meist für Nager angeboten, wofür sie auch geeignet sein mögen. Leider bietet es aber mindestens auch ein Zoofachhandel im Internet diese Halter für Wellensittiche, obwohl die Halter für Vögel höchst gefährlich werden können. Diese Gefahr habe ich jedenfalls einmal machen müssen.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass meiner Wellensittichdame Lucki  fast ein tödliches Unglück mit solch einem Möhrenhalter passiert wäre. Ich hatte ihn gekauft, weil ich mit ihm meinen Wellis das Fressen von Möhren schmackhaft machen wollte.

Leider meinte Lucki eines Abends, diesen Möhrenhalter erst einmal gründlich untersuchen zu müssen, als er leer war. Sie hielt also ihr Köpfchen gaaanz weit in den Halter hinein - und steckte plötzlich so weit darin, dass sie nicht mehr allein heraus kam.  Leider machte sie obendrein auch noch den Fehler, sich nach unten - also zum schmalen Ende hin - befreien zu wollen, was ihre Situation nur noch verschlimmerte.

All dies hatte ich bis dahin noch gar nicht mitbekommen, aber ich war zum Glück wenigstens zuhause. Als ich nun plötzlich Lucki kopfüber in dem Möhrenhalter stecken sah, begann ich sofort vorsichtig, sie rückwärts wieder heraus zu schieben. Natürlich verstand Lucki dies nicht und biss mich heftig. Trotzdem schob ich sie immer weiter - ganz langsam, um ihr nicht auch noch womöglich einen Flügel zu brechen. Irgendwann und irgendwie war es dann geschafft: Lucki war befreit. Aber seitdem kann ich jeden nur davor warnen, solche Möhrenhalter für Wellensittiche verwenden zu wollen.

Damit möchte ich diese Seite nun beenden. Ich lade euch aber ein, mir weitere Gefahrenquellen zu nennen, die in diesem Kapitel entweder definitiv noch fehlen oder mit denen ihr besonders gefährliche Welli-Erlebnisse hattet. Schreibt mir diese Erlebnisse doch einfach per Kontaktformular!

 

 

    


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