Meine Website "Utes Welli-Revier" wird in nächster Zeit ausführlich überarbeitet und abgeschlossen.

 
Wellis Käfig
 
29.01.2017 16:51:26
 

Bereits auf der Seite Allgemeines habe ich einige Dinge aufgezählt, über die man sich schon vor einer geplanten Haltung von Wellensittichen gründlich informieren und Gedanken machen sollte. Auf einen Gegenstand möchte ich hier einmal besonders eingehen: den zukünftigen Käfig der Vögel.

Einige Ratgeber-Bücher sprechen aus gutem Grund nicht von einem Käfig, sondern von einem Vogelheim, um dem Welli-Halter oder der -Halterin klar vor Augen zu führen, dass es sich eben für die Vögel um ihr Zuhause handelt, worin sie sich wohl fühlen sollen, und nicht um irgendeinen "Behälter", worin sie einfach nur die meiste Zeit "aufbewahrt" werden.

 

     

 
Wie muss ein Wellensittichkäfig nun also aussehen und wo sollte er stehen?

Natürlich hängt die Größe des richtigen Käfigs vor allem von der Anzahl unserer Wellis ab. Grundsätzlich aber gilt: Ein "zu groß" gibt es nicht! Ein Käfig für unsere kleinen quicklebendigen Federbälle muss mindestens groß genug sein, dass jeder von ihnen darin problemlos ein paar Flügelbewegungen machen kann. Vor allem aber darf ein Welli-Käfig niemals rund, sondern muss immer viereckig sein, weil ein Welli in einem runden Käfig die Orientierung verlieren würde.

Wellensittiche sind keine Hubschrauber! Mit diesem zunächst lustig anmutenden Satz möchte ich auf eine im Handel immer wieder angebotene Form von Käfigen hinweisen, die wie hohe Gittertürme aussehen. Diese Käfige werden unter Wellensittichkennern abwertend "Hubschrauber-Volieren" genannt, weil sie für Wellis ungeeignet sind. Unsere kleinen Freunde starten nämlich beim Fliegen nicht steil von unten nach oben - wie Hubschrauber eben -, sondern normalerweise je nach angestrebtem Landeplatz schräg bis fast waagerecht vorwärts. Deshalb sollte ein Wellensittichkäfig immer mehr lang als hoch sein.

Bei der Vergitterung des Vogelheimes sollte man darauf achten, dass mindestens an zwei Käfigseiten die Gitterstangen waagerecht (also nicht von oben nach unten) verlaufen. Wellensittiche sind Klettervögel und könnten ihrem Klettervergnügen an senkrechten Stangen logischerweise schlecht nachgehen. Das Käfiggitter sollte niemals weiß sein, weil dadurch die Augen des Wellensittichs geblendet werden würden. Dunkle Gitterfarben sind wesentlich geeigneter. Mein Käfig hat ein schwarzes Gitter mit hellgrauen Kanten.

Wie man auf dem Foto sieht, haben meine Wellis in ihrem Käfig kaum Spielzeug hängen. Das ist auch nicht notwendig. Wenn mehrere Vögel zusammen gehalten werden, wissen sie sich so gut miteinander zu beschäftigen, dass vieles Spielzeug im Käfig eher hinderlich wäre. Auf der Seite Mein Welli-Zimmer kann man außerdem sehen, dass meine Wellis sich wirklich nicht langweilen.

Der richtige Standort für den Welli-Käfig ist ein heller Platz, wo unsere Flauschkugeln weder der prallen Sonne noch Zugluft ausgesetzt sind; denn beides wäre für ihre Gesundheit schädlich. Ebenso schädlich sind für ihre Lungen Küchendämpfe. Deshalb hat ein Welli-Käfig in der Küche nichts zu suchen! Vielmehr sollte er in einem Raum stehen, in dem die Vögel ungefährdet ihren - möglichst mehrstündigen - täglichen Freiflug genießen können.

 

Womit wird der Käfigboden bedeckt?

Ich möchte zunächst damit beginnen, womit der Boden eines Welli-Käfigs niemals ausgelegt werden sollte: mit einem sogenannten Vogelsandteppich. Dabei handelt es sich um einen Belag, der an Sandpapier erinnert. Solch ein Vogelsandteppich ist zwar garantiert staubfrei, aber auch garantiert gefährlich für die Füße unserer  Lieblinge, die durch diesen Käfigbelag Geschwüre und Verletzungen erleiden können. Leider werden solche Vogelsandteppiche nur all zu oft in Supermärkten und sogar in Zoogeschäften angeboten. Für jeden verantwortungsbewussten Welli-Freund gilt aber: Finger weg vom Vogelsandteppich.

Geeigneter für den Käfigboden sind verschiedene handelsübliche Arten von Einstreu, zum Beispiel Vogelsand, Buchenholzgranulat (in den drei verschiedenen Größen small, medium und XXL) oder Maiseinstreu. Allerdings sind auch Vogelsand und andere Einstreuarten nicht unumstritten, weil die Kotkügelchen, die unsere Lieblinge nun einmal hinterlassen, von ihnen selbst in den Einstreu hineingewühlt werden. Dadurch sieht der Käfig zwar sauber aus, aber die Kotkügelchen stellen dennoch einen gefährlichen Bakterienherd dar.

Nachdem ich jahrelang Vogelsand und danach auch längere Zeit für meinen Welli-Käfig Buchenholzgranulat medium benutzt habe, bin ich auf Anraten meines Tierarztes auf Küchenrolle als Bodenauslage umgestiegen und kann sagen, dass ich damit gute Erfahrung gemacht habe. Sie staubt nicht und ist hygienischer, weil man jeden Welli-Abfall sofort sieht und einmal täglich ohne großen Arbeitsaufwand entfernen kann, indem man einfach die Tücher auswechselt.

Wichtig: Bei der Verwendung von Buchenholzgranulat oder Küchentüchern ist es wichtig, den für die Wellis wichtigen Muschelgrit, der im Vogelsand enthalten ist, auf andere Weise zu ersetzen. Es gibt ihn im Zoofachhandel auch ohne Sand zu kaufen, und ich serviere ihn meinen Piepmätzen immer in einer Extraschüssel.

 

Worauf sitzen Wellensittiche am besten?

Die Antwort kann nur heißen: auf Naturästen! Diese können natürlich direkt aus der Natur besorgt werden, wobei immer darauf zu achten ist, dass die Äste für unsere Wellis nicht giftig sind. Geeignet sind zum Beispiel Äste von Obstbäumen. In Zoohandlungen werden seit geraumer Zeit auch Naturholzäste angeboten, in denen am Ende eine Schraubvorrichtung steckt, so dass man sie leicht im Käfig  befestigen kann.

Leider ist auch zum Sitzen nicht alles gut, was in Zoohandlungen angeboten wird. Plastikstangen, die man beim Kauf eines nagelneuen Käfigs gleich mit kauft, sind zum Beispiel denkbar ungeeignet für unsere Flauschkugeln. Auch Stangen aus gedrechseltem Holz sollten für die Vögel nicht die einzigen Sitzgelegenheiten sein.

 

Was ist nun an Plastikstangen so schlecht und an Naturästen so gut?

Ganz einfach: Die zu einem Käfig beigefügten Plastikstangen sind überall gleich dick, d. h. wann immer ein Welli darauf sitzt, werden fortwährend immer die gleichen Stellen seiner Füße belastet. Dies führt zu Geschwüren an Ballen oder Zehen. Naturäste dagegen sind niemals überall gleich dick. Mit jedem Betreten der Äste machen unsere kleinen Vögel also automatisch ein wenig Fußgymnastik, weil manchmal diese und manchmal jene Teile des Fußes belastet werden. Dickere Äste sind übrigens besser geeignet als dünne.

Genauso gefährlich wie der schon weiter oben erwähnte Vogelsandteppich auf dem Käfigboden ist ein Artikel, der leider immer noch nicht vom Markt verschwunden ist: Sitzstangenüberzüge. Laut Hersteller dienen sie den Wellensittichen zum Abnutzen des Schnabels sowie der Krallen, verursachen aber in Wirklichkeit ebenfalls Geschwüre und Verletzungen der Füße. Deshalb gilt auch für diese Überzüge: Weg damit aus dem Welli-Käfig! Zum Schnabelwetzen und zum Krallenstutzen sind genau wie zum Sitzen Naturäste die einzige artgerechte Lösung für unsere Wellis.

Damit ist nun zum Thema Käfig und zu allem, was in ihn hinein oder eben nicht hinein gehört, das Wichtigste gesagt. Was für unsere Wellis sonst noch wichtig, nützlich, sinnlos oder gar schädlich ist, könnt ihr auf der Seite Was Wellis brauchen... nachlesen. Viel Spaß dabei!

 

 

    


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